Vegetabiles Leder

Was ist vegetabil gegerbtes Leder?

Der Begriff „vegetabil gegerbt“ ist in unserem Think! Store häufig anzutreffen. Doch was versteht man unter vegetabil gegerbtem Leder?
Gerbung bezeichnet die Verarbeitung einer Tierhaut zu Leder. Bereits seit mehreren tausend Jahren werden diese mit pflanzlichen Stoffen behandelt, um sie zu konservieren, zu stabilisieren und vor dem natürlichen Verfall zu schützen. Das vegetabil gegerbte Leder, auch chromfreies Leder oder lohgegerbtes Leder genannt, entsteht dabei durch die Durchdringung der Lederhäute mit natürlichen Gerbstoffen, wie z. B. gemahlenen Rinden-Extrakten. Diese Stoffe binden sich in den Faserzwischenräumen der Tierhäute an das Kollagen. Diese Bindung ist nicht mehr umzukehren und erzeugt damit ein langfristig haltbares, temperaturbeständiges und weiches Produkt.

Deutlich häufiger werden Tierhäute heutzutage mit Mineralsalzen, v. a. mit Chrom, Aluminium- oder Eisensalzen, gegerbt. Diese Stoffe sind zwar nicht gesundheitsschädlich, jedoch entstehen durch Chromgerbung umweltschädliche Abfälle. Diese können jedoch durch Recycling weiterverarbeitet und somit doch größtenteils genutzt werden.

Verglichen mit einer Chromgerbung ist eine pflanzliche Gerbung deutlich aufwendiger, da mehr Rohmaterial zur Gewinnung der Gerbstoffe benötigt wird. Zudem dauert ein Gerbprozess mit natürlichen Stoffen um ein Vielfaches länger dauert, als eine Gerbung mit Chrom. Darüber hinaus sind die Ergebnisse einer chromfreien Gerbung selten identisch, weil jedes Produkt aufgrund der verwendeten Naturstoffe individuell ist.

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Warum pflanzlich gegerbtes Leder verwendet wird:

Trotz der aufwendigen Herstellung bietet altgegerbtes Leder einige Vorteile.
Zum einen ist diese Art von Leder besonders atmungsaktiv
und feuchtigkeitsabsorbierend. Zum anderen ist das Material hautfreundlich
und besonders für Menschen mit Chrom-Allergie geeignet.
Allergische Reaktionen können damit fast gänzlich ausgeschlossen werden.

Die richtige Pflege für pflanzlich gegerbte Leder

Vegetabil gegerbte Leder können auf die gleiche Art und Weise gepflegt
werden wie chromgegerbte Leder. Eine einfache und effektive Maßnahme
zur Lebensverlängerung der Schuhe ist zunächst die regelmäßige
Reinigung des Materials.
Grober Schmutz kann mit einer Spezialbürste entfernt werden.
Bei Bedarf können glatte Leder zudem mit einem Tuch
(wenn nötig leicht feucht) gereinigt werden. Bei Rauledern sollte man
spezielle Bürsten oder Reinigungsgummis zur Schmutzentfernung verwenden.

Bevor ein Pflegemittel zum ersten Mal angewendet wird, sollten die Schuhe
vorab imprägniert werden, da dieses nur dann optimal einwirken und schützen kann.

 

Verschiedene Lederarten benötigen verschiedene Pflege. Daher haben wir im Folgenden die wichtigsten Tipps für Sie zusammengefasst:

Rauleder

Rauleder steht hier für alle Leder, die eine aufgeraute, samtige Oberfläche haben: Nubukleder, Veloursleder oder auch Wildleder. Diese Lederarten weisen alle eine Gemeinsamkeit auf: bei mangelnder Pflege wird es stumpf oder glatt. Um das zu vermeiden, gilt es, einige Tipps zu beachten.
Zunächst steht das Imprägnieren im Vordergrund, um die Schuhe vor Nässe und Schmutz zu schützen. Dieser Schritt sollte in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, um das Schutzschild aufrecht zu erhalten. Nach dem Auftragen des Imprägniersprays sollten die Schuhe einige Zeit trocknen. Jedoch sollten sie nicht in die Nähe einer Heizung gestellt werden, da das Material durch die Wärme schnell brüchig werden kann. Anschließend kann das Rauleder mit einer speziellen Bürste wieder vorsichtig aufgebürstet werden. Auch die Reinigung kann mit der feinen Bürste vorgenommen werden. Hartnäckigere Flecken hingegen können mit einem besonderen Reinigungsgummi entfernt werden.
Aufgrund seiner offenporigen Oberfläche muss das Material regelmäßig, am besten in einem Zeitabstand von ca. 6 Wochen, gepflegt werden. Hierzu eine spezielle Rauleder-/Nubuklederpflege auftragen, trocknen lassen und anschließend wieder anrauen, um die feinen Fasern wieder gleichmäßig aufzurichten.

Glattleder

Je nach Verschmutzungsgrad sollten die Schuhe zunächst mit einer Bürste oder einem Frotteelappen gereinigt werden. Anschließend kann eine spezielle Reinigungscreme verwendet werden, die mit einem sauberen Baumwoll- oder Leinentuch in kreisenden Bewegungen auf das Leder aufgetragen wird. Mit dieser Creme wird nicht nur Schmutz gelöst, sondern auch alte Pflegeprodukte entfernt. Nach der Reinigung kann eine Pflegecreme verwendet werden. Diese frischt die Farbe auf, macht das Leder geschmeidig und verleiht ihm einen gewissen Glanz. Nach dem das Pflegemittel getrocknet ist, sollte man die Schuhe mit einem Poliertuch oder einer Polierbürste noch einmal aufbereiten und überschüssige Pflegereste entfernen.

Lackleder

Zur Reinigung kann ein feuchtes Tuch oder ein Schwamm verwendet werden. Eine Trockenreinigung sollte vermieden werden, da bei dieser Kratzer auf dem Obermaterial entstehen können. Um das Lackleder vor dem Austrocknen zu schützen und somit Risse und Brüche zu vermeiden, sollten Lackschuhe von Zeit zu Zeit mit Lacklederöl oder einer Lacklederlotion behandelt werden. Dadurch bleibt das Material geschmeidig und elastisch.

Materialkombinationen

Für Schuhe, bei denen unterschiedliche Materialien kombiniert werden, sollte zur Reinigung eine Bürste verwendet werden. Zur Pflege und auch zum Imprägnieren können Variosprays verwendet werden, die speziell zum Schutz von Materialkombinationen dienen.

Der Qualitätsanspruch von Think!  

Um den Think!-Qualitätsstandard gewährleisten zu können, werden alle Produkte ausschließlich in Europa nur aus den hochwertigsten Materialien hergestellt. Das Besondere an Think!-Schuhen ist die ausschließliche Verwendung von chromfrei gegerbten Innenledern.  Viele Modelle sind auch komplett pflanzlich gegerbt. Diese sind an der grünen Blume auf dem Innenmaterial zu erkennen und besonders bei einer Chromempfindlichkeit geeignet.
Bei Think! werden zudem strenge Schadstoffprüfungen durchgeführt und stellen damit sicher, dass Chemikalien nur in äußerst geringen Mengen eingesetzt und lediglich umwelttechnisch unbedenkliche Materialien verwendet werden. Durch diese Prüfung sowie die gleichzeitige Einhaltung der EU-Richtlinien wird zudem sichergestellt, dass bei einer unsauberen Verarbeitung der unbedenklichen Chrom-3-Salzen durch Oxidation kein giftiges Chrom 6 entsteht. Da bei Ledern aus ferneren Ländern der Produktionsweg nicht vollständig kontrollierbar ist und häufig Umwelt- und Sozialstandards nicht eingehalten werden können, wird Think! ausschließlich von europäischen Unternehmen beliefert. 

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